
Damit jedes Kind schwimmen lernt: Hamm wird Stadt der Seepferdchen
Veröffentlicht am 14. Oktober 2026
Jedes Kind in Hamm soll bis spätestens zum Ende der Grundschulzeit schwimmen können und mindestens das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ erwerben. Der Rat der Stadt Hamm hat am 13. Oktober einen entsprechenden Antrag zur Entwicklung eines Schwimmprogramms beschlossen.

„Lasst uns die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, auf null senken. Damit jedes Kind sich im Notfall selbst helfen kann“, betonte Patric Quos, Sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in seiner Rede im Rat.
Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens ist die Frage, wie Kinder, die noch nicht schwimmen können, frühzeitig erkannt und gezielt unterstützt werden. Im Rahmen der Programmentwicklung soll deshalb geprüft werden, wie dies bereits in den Kindertageseinrichtungen und spätestens in den Grundschulen gelingen kann. Ziel ist es, ein System zu entwickeln, mit dem kein Kind beim Schwimmenlernen durch das Raster fällt. „Entscheidend ist, dass wir die Kinder auch tatsächlich erreichen“, erklärt Justus Moor MdL, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Deshalb wolle man gemeinsam mit den Vereinen, dem Stadtsportbund, den Kitas und Schulen dafür sorgen, dass jedes Kind spätestens bis zum Ende der vierten Klasse schwimmen lernt.
Dabei sollen die Grundschulen eine wichtige Rolle spielen, da dort grundsätzlich alle Kinder erreicht werden können. Gleichzeitig soll die Schwimmförderung möglichst früh ansetzen und bereits im Kita-Alter beginnen. Auch die Eltern und Familien sollen stärker für das Thema sensibilisiert und gezielt informiert werden. Dazu gehören unter anderem mehrsprachige Informationen, um möglichst alle Familien zu erreichen und ihnen den Zugang zu Schwimmangeboten zu erleichtern.
Neben der Erreichbarkeit der Kinder sollen auch die organisatorischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schwimmausbildung in den Blick genommen werden. Dazu zählen insbesondere die verfügbaren Wasserzeiten, die Zahl der Ausbilderinnen und Ausbilder sowie die bessere Einbindung der Schwimmförderung in den Kita- und Schulalltag. „Kinder sollten sich im Wasser sicher bewegen und sich im Notfall selbst helfen können“, unterstreicht Patric Quos. Durch die frühzeitige Möglichkeit, schwimmen zu lernen, gewännen Kinder ein Stück Sicherheit und Selbstständigkeit für das ganze Leben.
Das Programm soll gemeinsam mit den Grundschulen, der unteren Schulaufsicht, den Trägern der Kindertageseinrichtungen, der DLRG, dem Stadtsportbund, den Schwimmvereinen und den Stadtwerken Hamm entwickelt werden. Auch die Finanzierung soll im Zuge der Programmentwicklung konkretisiert werden. Dabei sollen bestehende Landesprogramme genutzt, die städtischen Kosten ermittelt und die Möglichkeiten für Sponsoring geprüft werden.