
Doppelhaushalt 2026/2027 beschlossen: Hamm setzt Prioritäten – für Familien, Sicherheit und Zukunft
Veröffentlicht am 26. März 2026
Am 24. März 2026 hat der Rat der Stadt Hamm den Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 verabschiedet. Es ist kein einfacher Haushalt. Aber er trägt eine klare Handschrift: Wir kürzen nicht bei den Menschen. Wir setzen Prioritäten. Und wir halten, was wir versprochen haben.
Herausfordernd – aber kein Grund zum Stillstand
Globale Krisen und die chronische Unterfinanzierung durch Bund und Land treffen auch unsere Stadt hart. Doch anstatt in Schockstarre zu verfallen, behält Hamm seinen Kompass. Auch wir müssen nach zehn Jahren ausgeglichener Haushalte erstmals wieder ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen. Die Ursache dafür liegt jedoch nicht in einer falschen Haushaltspolitik vor Ort. Sie liegt darin, dass Bund und Land den Kommunen laufend neue Aufgaben übertragen, ohne die nötigen Mittel bereitzustellen. Nur noch zehn von 396 Kommunen in NRW sind aktuell nicht im Minus. Hamm gehört zu den letzten, die in diese Lage geraten sind – und hat nach wie vor die geringste Pro-Kopf-Verschuldung aller Großstädte in Nordrhein-Westfalen.
Das ist der Kontext. Und trotzdem – oder gerade deshalb – ist dieser Haushalt kein Haushalt der Resignation. SPD-Fraktionsvorsitzender Justus Moor MdL hat das in seiner Haushaltsrede klar gemacht:
„Krisen sind kein Grund zum Stillstand – sie sind ein Auftrag zum Handeln.“
Ein Gerechtigkeitsproblem, kein Ausgabenproblem
Die Haupttreiber der Haushaltsmisere sind steigende Sozialausgaben, wachsende Personalkosten und eine strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen. Hamm hat das nicht zu verantworten – und die Bürgerinnen und Bürger sollen dafür auch nicht die Rechnung bezahlen. Das ist der Grundsatz, der diesen Haushalt trägt.
„Wir haben kein Ausgabenproblem – wir haben ein Gerechtigkeitsproblem zwischen Bund, Land und Kommunen.“
Was dieser Haushalt finanziert – und warum das zählt
Das gesamte Investitionsvolumen für die Jahre 2026 bis 2030 beträgt 333,5 Millionen Euro. Unser Kurs lautet: Sparen, wo es möglich ist. Investieren, wo es nötig ist. Die Schwerpunkte im Überblick:
- Familien entlasten: Die Kita-Beiträge bleiben auf dem erreichten niedrigen Niveau. Für Familien mit einem Einkommen bis 25.000 Euro bleiben sie bei null Euro. Auch das kostenlose Busfahren für Kinder, Schülerinnen, Schüler und Azubis bleibt bestehen. Daran rütteln wir nicht!
„Familienfreundlichkeit in Hamm ist keine Überschrift – sie steht am Ende auf dem Kontoauszug jeder Familie.“
- Schulen und Kitas – Investieren wie nie: 50 neue Kitagruppen mit 444 zusätzlichen Plätzen entstehen in allen Sozialräumen der Stadt. Das Investitionsniveau in Schulen bleibt auf dem höchsten Stand der Stadtgeschichte: ganzheitliche Sanierungen statt Stückwerk, 36 Millionen Euro allein für Schulgebäude und 4,4 Millionen Euro für digitale Ausstattung.
„In Dortmund werden Kitas gegen den Willen der Eltern geschlossen – in Hamm werden neue Angebote geschaffen.“
- Sicherheit und soziale Verantwortung: Hamm ist sicherer geworden, weil Präsenz wirkt. Wir schaffen schrittweise ab 2026 zehn weitere Stellen im Kommunalen Ordnungsdienst. Gleichzeitig entstehen mit dem Gasthaus für Wohnungslose und dem neuen Respekthaus für die Tafel wichtige Anlaufstellen, die den Menschen ihre Würde bewahren.
„Ordnung und Menschlichkeit sind keine Gegensätze – sie gehören zusammen.“
- Jugend, Kultur und Geschichte: Mit dem Programm „HAMM 100K“ stellen wir ab 2027 jährlich 100.000 Euro zusätzlich bereit – für Bolzplätze, Skateparks und Treffpunkte. Das Besondere: Junge Menschen entscheiden dabei nicht nur mit, sie entscheiden selbst über die Verwendung der Mittel. Den Kulturetat stocken wir nach drei Jahren ohne Erhöhung um 130.000 Euro jährlich auf. Zudem führen wir das Programm der historischen Stelen fort – im Jubiläumsjahr.
„Früher Kohle, heute Informationstechnik und Wasserstoff – das ist kein Strukturwandel, das ist ein Richtungswechsel.“
- Die Wirtschaft von Morgen: Mit dem Rechenzentrum von Blackstone und QTS entsteht bei Uentrop eines der größten Rechenzentren Deutschlands – eine Investition von bis zu vier Milliarden Euro. Dazu kommen das Wasserstoffzentrum, der Multi-Hub Westfalen und 13,5 Millionen Euro für den Breitbandausbau.
„Wir sind nicht mehr nur Industriestandort – wir sind Zukunftsstandort.„
Justus Moor ist in seiner Haushaltsrede noch auf viele weitere Themen eingegangen – von Klimaschutz und Mobilität bis hin zur Zukunft der Hammer Innenstadt. Hier geht es zur vollständigen Haushaltsrede.
„Ja, die Zeiten sind herausfordernd. Ja, die Welt ist unruhig. Ja, das Geld ist knapp.
Aber wir stecken den Kopf nicht in den Sand.
Wir heben ihn. Wir schauen nach vorne.“